Pflegepflichtversicherung für Soldaten – ein Lösungsversuch!

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26 Juli/Gepostet von r.drechsel

Der Soldat und die Pflegepflichtversicherung.

Das mit der Pflegepflichtversicherung ist für viele Soldaten ein Buch mit sieben Siegeln. Hier tun sich viele Kameraden einfach schwer. Manchmal kommt es mir in Gesprächen mit Soldaten so vor, als handelt es sich hier um eine große Herausforderung. Sei es aufgrund mangelndem Interesse fürs Thema oder fehlender Aufklärung auf Seiten der Bundeswehr – die Gründe sind vielschichtig, aber das darf bei diesem existenziellen Thema keine Rolle spielen. Allein die im Raum stehende Strafzahlung von bis zu 2.500€ fürs Nichtversichertsein tut weh! Dabei gibt es hier eine Lösung, die für jeden Soldaten die aktuell beste ist. Dieser Beitrag soll in aller erster Linie Aufklärung beim Thema Pflegepflichtversicherung bieten. Wenn er es am Ende noch schafft, Handlungssicherheit bei Soldaten und deren Angehörigen zu erzeugen, dann hat er seinen Job ganz gut gemacht.

Was ist die „Freie Heilfürsorge“?

Der Oberbegriff deiner Absicherung im Krankheitsfall ist die unentgeltliche truppen- und zahnärztliche Versorgung auf Seiten deines Dienstherrn. Vielen bekannt als „Freie Heilfürsorge“. Sie bildet den Grundpfeiler deiner medizinischen Versorgung während deiner Dienstzeit bei der Bundeswehr. Benötigst du medizinische Versorgung, einen Arztbesuch oder sogar einen Krankenhausaufenthalt, so hat die Bundeswehr hier ein Netz von eigenen Truppenärzten und Bundeswehrkrankenhäusern. Dazu gibt es die Möglichkeit, an zivile Ärzte und Spezialisten verwiesen zu werden. Dies geschieht alles auf dem Niveau einer vergleichbaren gesetzlichen Krankenkasse, aber eben ohne dass du dafür einen Beitrag entrichtest. Lediglich Zuzahlungen für bspw. Zahnersatz könnten mal ein Thema sein. Von der „Freien Heilfürsorge“ ist jedoch die Pflegepflichtversicherung – wie sie auch außerhalb des Kasernenzaunes gefordert ist – nicht mit inbegriffen. Hier muss jeder Soldat sich einen entsprechenden Versicherungsschutz suchen.

Gesetzlich oder privat?

Dein Dienstherr gibt dir hier die Freiheit einen Versicherungsschutz sowohl bei der (gesetzlichen) Krankenkasse, als auch bei einer privaten Krankenversicherung einzuholen. Hauptsache du erbringst hier den Nachweis einer Pflegepflichtversicherung. Beide Anbieter können dich hier absichern und die im Raum stehende Strafzahlung spielt keine Rolle mehr. Eine Krankenkasse interessiert es nur, wieviel Einkommen du erhältst und dementsprechend wird dir hier die Versicherungsprämie (der Beitrag, den dein Versicherungsschutz kostet) abgebucht. Leider passiert dies durch deine steigende Dienstzeit und Beförderungen so regelmäßig, dass du hier jährlich mit einer Erhöhung rechnen musst. Dazu ist der Beitrag im Vergleich zur Privaten Pflegepflichtversicherung teurer. Wirklich. Einer Krankenversicherung ist es ziemlich egal wieviel du verdienst. Für die Berechnung deiner Versicherungsprämie werden hier lediglich dein aktuelles Alter und dein Gesundheitsstatus abgefragt. Eine Versicherung sucht sich im Vornherein gerne aus, wen sie in ihre Versichertengemeinschaft aufnimmt und wen nicht. Hier erfolgt nach einer Prüfung des Versicherers die Entscheidung, ob du entsprechend angenommen, abgelehnt oder mit einem sogenannten Risikozuschlag versehen wirst.

Anwaltschaft oder Anwartschaft?

Glaubt man Google-Analytics, dann werden beide Begriffe (leider) synonym bei Soldaten gesucht. Dabei gibt es für den Bereich Pflegepflichtversicherung nur das Thema Anwartschaft. Diese gibt es auch nur für den Bereich der Privaten Krankenversicherung. Dieser Zusatzbaustein für deine Private Pflegepflichtversicherung sichert dir für deine Zeit nach Dienst eine bessere Absicherung ohne erneute Gesundheitsfragen (wie du sie bereits bei Antragstellung – zu Beginn deiner Dienstzeit – beantworten musstest). Und das ist entscheidend. Denn sind wir mal ehrlich, den gleichen Gesundheitszustand über eine Dauer von 4, 8 oder 13 Jahren zu erhalten ist sicherlich ein Wunsch, aber die Praxis gepaart mit Übungsplätzen, Leistungsmärschen, Auslandseinsätzen und Hobbys spricht eine andere Sprache. Eine Anwartschaft ist auf Seiten der Bundeswehr nicht gefordert, aber für deine persönliche, leistungsstarke Absicherung notwendig.

Groß oder klein?

Es gibt bei der Privaten Pflegeversicherung eine Kleine und eine Große Anwartschaft. Bei der Kleinen wird in Form eines Zusatzbeitrages zu deiner bestehenden Pflegepflichtversicherung dein aktueller Gesundheitszustand „eingefroren“. So hast du mit Dienstzeitende die Möglichkeit die Beihilfe deines Dienstherrn leistungsstark zu ergänzen – ohne erneute Gesundheitsfragen. Für die Übergangszeit bedeutet dies, dass dein bisheriger Versicherer über die Dauer deiner Beihilfe informiert wird und die Leistungen dementsprechend erhöht werden. Wichtig! Dein monatlicher Beitrag wird sich auch bemerkbar erhöhen. Aber im Vergleich zur „B-Lösung“ (Krankenkasse), verzichtest du nicht auf 70% Beihilfe der Bundeswehr und bist dazu noch im Status „Privatpatient“ unterwegs. Wer mag da schon drauf verzichten?

Die Große Anwartschaft empfiehlt sich für den Personenkreis, der sich relativ lange auf Seiten der Bundeswehr verpflichtet hat und darüber hinaus in Richtung „Beamter auf Lebenszeit“, Verbleib im öffentlichen Dienst, den Weg in die Selbstständigkeit oder aber für die Perspektive eines vergleichsweise hohen Einkommens als Angestellter die Weichen gestellt hat. Der finanzielle Mehrbeitrag im Vergleich zur Kleinen Anwartschaft wird für sogenannte Altersrückstellungen genommen. Damit wird auf Seiten des Versicherers versucht die Krankenversicherungsprämie auch bis ins hohe Alter vernünftig mit Kapital unterfüttert zu haben. Viele Soldaten sprechen hier auch davon, dass bei der Großen Anwartschaft zusätzlich zum Gesundheitszustand noch das entsprechende Alter „eingefroren“ wird.

Fazit…!

Wenn du meinem Beitrag aufmerksam gelesen hast, dann landest du bei der Lösung bei:

1 – Private Pflegepflichtversicherung bei einem Versicherer

2 – Ergänzung durch eine Kleine/Große Anwartschaft

Damit freut sich dein Personalführer, da du dich um die Pflegepflichtversicherung gekümmert hast. Dazu bist du in dem Krankenversicherungssystem unterwegs, in dem nachweislich die überwiegende Mehrheit deiner Kameraden versichert ist. Aber das ist leider nur die halbe Wahrheit! Der Masse zu folgen macht bei dem Thema Sinn, aber in der Masse versichert zu sein, könnte für dich nur die zweitbeste Lösung sein. Auch wenn es sich oft wie ein Produktverkauf anfühlt, deine eigene gesundheitliche Absicherung ist das wichtigste Gut, dass du hast. Befasse dich daher noch mit dem letzten Absatz!

Fehler, die dir passieren werden!

1 – Deine Eltern kümmern sich um dieses Thema!

Deine Eltern sind mit Sicherheit gute Ratgeber und wollen/werden dir helfen, aber es ist dein Leben. Wälze dieses Thema nicht auf sie ab, sondern beschäftige dich selbst damit. Für ein selbstbestimmtes Leben gehört dies dazu. Es ist deine Gesundheit, die du hier so gut es geht absichern solltest. Wieviele Minuten bist du bereit einer Strafzahlung i.H.v. 2.500€ zu entgehen? Was ist dir deine Gesundheit wert? Komm‘ in die Aktion! Fang‘ jetzt damit an! Tu‘ es für dich!

2 – Du vergleichst die Versicherungsangebote nur über den Preis!

Dies ist deine wichtigste Absicherung. Wenn du gefühlt günstiger versichert bist, als dein Kamerad, dann ist das ganz nett, aber vielleicht hat er die besseren Leistungen versichert? Es könnte sein, dass er mehr Zeit investiert hat, um auf das richtige Ergebnis zu kommen. Damit dein Versicherungsschutz auch zu deinen persönlichen Wünschen passt, musst du mehr als den Preis vergleichen (lassen). Es ist zu spät, wenn sich deine Gesundheit verändert hat oder du Leistung beanspruchst. Sei schlau und schaue vorher genauer hin.

3 – Du suchst dir keinen Spezialisten!

Dein Beruf ist besonders. Viele Soldaten sehen ihren Beruf auch mehr als Berufung – und das zurecht. Wenn dir dein Berater das Thema „Krankenversicherung als Soldat“ nicht auf einem weißen A5-Zettel skizzieren kann, dann ist er ggf. nicht der Experte, den du benötigst. Das ist für den sogenannten Spezialisten kein Drama, aber es könnte dir schaden. Was einen Spezialisten ausmachst, findest du hier.

4 – Du prüfst nicht den Status deines Beraters!

Zum Glück gibt es auf Seiten des Gesetzgebers klare Regeln, wer dir gegenüber eine Versicherung beraten darf. Entweder hast du Glück und du findest genau den Beratertyp, der dir auch bei Problemen mit dem Versicherer zur Seite springen muss oder du hast dich entsprechend informiert und weißt es schon. Bei diesem Treffer des richtigen Beratertyps, hebst du dich von der Masse ab, denn der Status ist wichtig. Er entscheidet über Qualität. Auch hierzu gibt es Wissen, dass ich hier gerne mit dir teile.

5 – Du kaufst ein Produkt und keine Dienstleistung!

Dein Leben wird in 2-3 Jahren nicht so sein, wie es heute ist oder wie du es dir gerade vorstellst. Aber das ist ok. Meistens sind es die positiven Wendungen, die überwiegen. So flexibel, wie du auf deine Umwelt reagieren musst, muss es deine Pflegepflichtversicherung auch. Dein gesamtes Versicherungskorsett muss dein Leben flexibel gestalten können. Es muss schnell anpassbar sein und dazu individuell abgestimmt. Ein gekauftes Produkt kann dich vernünftig für den Einzelfall versichern, aber Service/Betreuung schaffen es, dass du in jeder Lebensphase vernünftig abgesichert bist.

 

Vielen Dank fürs Lesen!

Euer René

 

 

 

 

Posted by r.drechsel

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