Rahmenvertrag Bundeswehr – eine Kontroverse – Teil 2

Militär

15 Juni/Gepostet von r.drechsel

Nachdem ein allgemeiner Einstieg für das Thema Rahmenvertrag Bundeswehr im ersten Teil erfolgte, geht es jetzt ein wenig in die Tiefe des Produktes mit den Themen BAUSTEINE, ZIELGRUPPEN und ich werde einen ersten Bogen zu den sogenannten ZIVILEN ANBIETERN spannen.

Bausteine Rahmenvertrag Bundeswehr

Grundsätzlich kann man den RVBw in drei Schichten unterteilen, wobei es sich hier um ein sogenanntes Säulen-Prinzip handelt. Die drei Themen sind:

  1. Dienstunfähigkeitsrente
  2. Todesfallleistung
  3. Altersvorsorge

Das Thema Dienstunfähigkeitsrente ist natürlich das Schwerpunktthema bei Soldaten. Schaut man sich die entsprechenden Übersichten aus der RVBw-Unterrichtung genauer an, dann ergibt sich das Bild, dass hier bei den angegebenen Rentenwerten im 1. und 2. Jahr eine nicht vernachlässigbare Abweichung erfolgt. Der höhere Wert im zweiten Jahr bei Rentenbezug (also im Leistungsfall) ist auf die Beteiligung an Überschüssen zurückzuführen – bedeutet: Aktuelle Gewinne der Gesellschaft werden als sogenannter Bonus auf die Garantierente (des 1. Jahres) draufgeschlagen. Die höheren Werte sind natürlich nicht (!) garantiert. Geht man nun vom eigenen Versorgungsbedarf aus, d.h. die mathematische Größe zwischen aktuellem Einkommen minus gesetzlicher Anspruch bei Berufs-/Dienstunfähigkeit (BU/DU) minus garantierte Rentenleistung RVBw, dann ergeben sich hier schnell sehr hohe Abweichungen. Mit fortdauernder Dienstzeit, entsprechenden Beförderungen und Erfahrungsstufen und dem damit verbundenen steigendem Einkommen kommt man nun schnell in existenzbedrohende Regionen. Vorsicht!

Weiter unten in der Übersicht sieht sich jeder Soldat mit dem Baustein Todesfall konfrontiert. Durch das starre Säulen-System wird bei der Wahl einer entsprechenden Dienstunfähigkeitsrentenhöhe automatisch auch die zu versichernde Todesfallleistung festgelegt. Diese Summe ist weder individuell beraten bzw. kalkuliert, noch nach der Höhe frei wählbar.

„By the way“… Als ich meinen Rahmenvertrag während meiner Grundausbildung unterschrieben habe, hatte ich mit 18 automatisch eine Todesfallabsicherung i.H.v. 30.000€ gezeichnet. Ich konnte diese hohe Summe weder reduzieren, noch komplett aussetzen – „Wofür benötige ich als 18-Jähriger 30.000€ im Todesfall?“, dachte ich mir.

Hat man auch diesen Punkt verdaut, dann darf man sich final noch mit dem Thema Altersvorsorge auseinandersetzen. (mit Anfang 20, oder noch darunter, ist das motivationstechnisch sowieso eine spannende Geschichte – das Thema „Altersrente“!) Die unter dem Punkt „Garantieleistung bei Ablauf“ genannte Zahl ist der im Punkt Todesfallsumme identisch und darf so verstanden werden, dass hier bis zum Erreichen des 63. Lebensjahres die versicherte (Todesfall)-Summe zzgl. eventueller Gewinne ausgezahlt wird. Setzt man diese Kombination aus den drei Teilen des Vertrages zusammen und nimmt das Label „RVBw“ herunter, so ergibt sich hieraus eine Form der Kapitallebensversicherung. Das Thema an sich würde ganze Seminarreihen füllen – ein erster Blick bei Google wird hier sicherlich Zeit sparen (Gummibärchen78 wäre aber weiterhin der falsche Autor ^^) Unabhängige Berater, oder auch der Verbraucherschutz werden sicherlich bestätigen, dass diese Form der Altersvorsorge nicht mehr zeitgemäß ist und es hier deutlich attraktivere Möglichkeiten gibt!

Zielgruppen

Wer sich an den ersten Teil erinnert, der wird sich noch des Themas „der Rahmenvertrag ist politisch gewollt“ entsinnen. Durch diese Ausgangslage „JEDEN Soldaten der Bundeswehr eine derartige Absicherung anbieten zu müssen“, ist die Zielgruppe einfach definiert. JEDER Angehörige der Bundeswehr hat die Möglichkeit, sich für den Rahmenvertrag zu entscheiden. Egal ob „auf der Rollbahn stehend“ unmittelbar vorm Abflug ins Einsatzland, oder der Zugehörigkeit einer Spezialverwendung, wie Fallschirmjäger, Kampfschwimmer, Minentaucher, etc. oder unabhängig jeglicher Laufbahn, Teilstreitkraft und Truppengattungszugehörigkeit. Alle können sich zu nahezu jedem Zeitpunkt im RVBw versichern. Damit kauft man sich als Versicherer, bzw. als entsprechendes Konsortium, natürlich richtig viel Risiko ein. Dies ist für ausgewählte Personengruppen der Bundeswehr nicht immer von Vorteil!

„By the way“… Ich kenne aus meiner aktiven Zeit als Offizier, sowie meiner bisherigen Beratungstätigkeit, keinen Fall, bei dem ein Soldat durch den Rahmenvertrag der Bundeswehr bei Antragstellung abgelehnt wurde. Das ist definitiv ein Vorteil für die oben genannten Spezialverwendungen bzw. Soldaten in unmittelbar obigen speziellen Situationen. Dieser wird aber durch jeden RVBw-Kunden in nicht gerade unerheblichem Umfang getragen.

Vergleich „zivile Anbieter“

Viele Versicherer tun sich mit dem Klientel Soldat schwer. Die Masse lehnt Anträge mit dem Berufsstatus „Zeit-/Berufssoldat“ kategorisch ab, nimmt zu utopischen Prämien an oder grenzt existenziell wichtige Passagen, wie „Schutz im Auslandseinsatz“, aus ihrem Bedingungswerk aus. Aber es verhalten sich nicht alle Versicherungsgesellschaften so! Hier kommt meine Tätigkeit als Spezialist ins Spiel. Nach einem extra entwickelten Prüfschema für jeden Soldaten bzgl. vorherigem zivilen Werdegang, Teilstreitkraft, Truppengattung, Laufbahn, Verwendungsplanung und aktuelle Risiken (beruflich/privat) erfolgt hier ähnlich einer ärztlichen Anamnese eine erste Beurteilung bzgl. des Absicherungsbedarfs. Hier ist eben NICHT jeder Soldat gleich zu betrachten, sondern so wie der eingeschlagene militärische Werdegang es vorgibt – immer individuell und natürlich ergebnisoffen!

WECKRUF, der Zweite!

Damit endet der 2. Teil der aufgeworfenen Kontroverse.

Mögliche Fragen,die sich aus Teil 2 ergeben können

1.) Wie kann ich meinen individuellen Absicherungsbedarf im Falle Dienst-/Berufsunfähigkeit ermitteln?

2.) Worauf kommt es beim Thema „Todesfallabsicherung“ an? Was leistet die Bundeswehr bei diesem Thema?

3.) Wie lange reichen mir die „ersparten“ 20.000€/25.000€/30.000€ aus dem RVBw im Rentenalter?

4.) Ist eine Verschmelzung aus Risikoabsicherung für Arbeitskraft/Tod und Altersvorsorge heutzutage noch zeitgemäß und sinnvoll?

 

Vielen Dank für das Feedback für Teil 1 und das weitere Interesse am Thema! Im nächsten Teil erwarten euch Informationen zur HEUTIGEN ARBEITSWEISE/BERATUNG, VERNETZUNG und SERVICE/BETREUUNG.

Für die Beantwortung der bisherigen Fragen stehe ich natürlich sehr gerne zur Verfügung.

HORRIDO

Teilen des Beitrags ist wie immer strengstens erwünscht! 😉

r.drechsel
Posted by r.drechsel

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