Rahmenvertrag Bundeswehr – eine Kontroverse – Teil 3

Militär

7 Juli/Gepostet von r.drechsel

In diesem Teil der Information geht es weniger um Fakten, die sogenannten „harten Zahlen“, sondern um die oftmals vernachlässigten Soft-Skills rund um den Rahmenvertrag Bundeswehr. Die Dinge, die in der Betrachtung der eigenen Situation oder im Vergleich verschiedener Angebote leider oft zu stiefmütterlich behandelt werden.

Beratung heutzutage

Dabei ist es wichtig die für sich selbst richtigen Fragen zu stellen! Kritisch zu sein ist in Sachen Finanz- bzw. Versicherungsberatung nicht von Nachteil. Oftmals befinde ich mich als Berater in der Situation, dass Soldaten nicht wissen wie sie durch den Statuswechsel zum Zeitsoldaten überhaupt noch versichert sind und wenn ja, in welchem Umfang man versichert ist. Das ist ein regelmäßig vorkommendes Szenario – und wir reden hier ja davon, dass man Monat für Monat teilweise hohe Versicherungsprämien bezahlt ohne überhaupt zu wissen, wie das entsprechende Produkt funktioniert. Hier sehe ich mich und meine Beraterkollegen oft in der Tätigkeit eines Finanzcoaches, der erst einmal Grundlagen zu den Themen Versicherungen und Finanzen schafft. Dazu ist ein entsprechendes Expertenwissen im Soldatenbereich sicherlich nicht hinderlich. Die sogenannten Basics – also kein Produktverkauf, wie der Branche oft nachgesagt, sondern die Vermittlung von Wissen und Information stehen hier im Vordergrund. Interessanterweise gibt es eine Mehrzahl von Menschen, die bei einem Wasserrohrbruch den Klempner holen, wenn das Auto stehen bleibt den Kfz-Mechaniker anrufen, oder beim Hausbau eher zum Architekten, als zum Bäcker gehen. Alles vollkommen nachvollziehbar, wie ich finde. Wie kann es dann sein, dass gerade bei den existenziellen Dingen, wie die eigene Risikoabsicherung oder aber der Installation einer nachhaltigen Finanzarchitektur (Danke für den Begriff, Martin), die Mentalität vorhanden ist, dies ohne Expertenwissen (!) selbst in die Hand nehmen zu können?

In der heutigen Beratung muss es gelingen, jeden Soldaten für die wichtigen Themen zu sensibilisieren, ihn/sie bzgl. vorhandener Versorgungslücken aufgrund seiner Verpflichtung aufzuklären, Systeme auf Seiten der Bundeswehr zu erläutern, Lösungen anzubieten und auch schon 1-2 Schritte in die Zukunft schauen zu können bzgl. vorhandener Perspektive/Laufbahn/zivilem Werdegang des Soldaten. Das militärisch geforderte „Hineinversetzen in die übergeordnete Führung“ bedeutet für die Tätigkeit des Soldatenberaters hier bereits zu Beginn der militärischen Karriere des Soldaten Lösungen zu kreieren, die später auch als Berufssoldat funktionieren, sowie in die zivile Karriere (nach der Bundeswehr) übertragbar sind und weitergeführt werden können. Hierzu muss man als Berater in der Lage sein, auf allen Tasten, wie Risikoabsicherung, Finanzarchitektur, Vermögenssicherung, Steuerinformation, Berufsförderungsdienst, Karriereplanung spielen zu können – Netzwerke helfen hier. Der 90-minütige Unterricht beim Rahmenvertrag Bundeswehr bildet hier nur einen kleinen Bruchteil der Beratungsbedürfnisse eines Soldaten mit seinem beruflichen Werdegang  ab.

Man muss, wie bei vielen Dingen im Leben, einfach die RICHTIGEN Fragen stellen! (diese kommen im vierten Teil der Kontroverse)

Vernetzung

Benötige ich in der heutigen Zeit unbedingt einen Berater mit Büro im Heimatort – am Dienstort?! Wenn der Kaffee schmeckt, dann ist das freitags sicherlich eine Option um ins Wochenende zu starten, aber besonders notwendig ist das für die Beratungspraxis nicht. NEIN, der Fokus sollte auf die Erreichbarkeit des Beraters liegen – vorausgesetzt natürlich der Expertenstatus für die Belange des Soldaten. Die Mentalität 24/7 ist natürlich wünschenswert, aber in der Praxis kaum umsetzbar. Die sogenannten „neuen Medien“, wie WhatsApp, Mail, Facebook und Twitter sollten hier helfen.

Bürozeiten? Diensthandy? Faxnummer? Ständige Präsenz vor Ort? Alles Dinge, die in „meiner Welt von Beratung“ nicht stattfinden. Mein Büro dient zur Vor- und Nachbereitung von Terminen – entsprechende Beratungszeiten immer individuell und soldatentypisch oft am Wochenende – eben dann, wenn man als Soldat Zeit hat; meine Handynummer existiert unverändert seit über 10 Jahren – hier wird alles gepusht, was von Belang ist; Smartphones ersetzen jedes Fax; Präsenz bedeutet für mich Erreichbarkeit auf vielen Kanälen, wie Anruf, Mail, WhatsApp, Twitter, Facebook. Das sollte Ansatz einer Vernetzung sein!

Service/Betreuung 

Gebe ich als Berater viel von mir preis? Natürlich! Aber das gehört zu einer nachhaltigen Berater-Kunden-Beziehung dazu. Das Gespräch auf Augenhöhe, die Klärung auftretender Fragen auch über das „Dienstliche“ hinaus – dass sind alles Dinge, die heutzutage Bestandteil einer Zusammenarbeit sein sollten. Das im Teil 1 aufgeworfene Verhältnis Berater/Kunden ist bei einer intensiven Vernetzung gepaart mit sehr gutem Service und nachhaltiger Betreuung nahezu existenziell, jedoch funktioniert das vermutlich nicht optimal bei den noch hohen Kundenbestand, wie er im RVBw aktuell vorhanden ist.

„By the way“… Hier hilft mir eine bewusste Deckelung meiner Neukunden im Soldatenbereich. Viel ist hier nicht wirklich mehr. Durch eine intensive Neukundengewinnung aus Empfehlungen von Soldaten, die bereits von mir betreut werden, ergibt sich hier ein jährlicher Überhang aus neuen Soldaten. Hier gibt das Motto: „Ich berate jeden individuell, aber alle gleich gut!“ die Richtung vor.

Mögliche Fragen,die sich aus Teil 3 ergeben können

1.) Wie wichtig ist mir eine unverbindliche Information zu Soldatenthemen – auch wenn ich dafür nach Dienst eine Stunde Zeit aufwenden und mich außerhalb des Kasernenzauns bewegen muss?

2.) Worauf kommt es mir beim Kontakt mit meinem Berater besonders an?

3.) Ist mir individuelle Beratung wichtig?

4.) Wieviel kann mir ein Soldatenberater von den wichtigen Dingen, wie Versicherungslösungen, Finanzplanung, Beantragung wichtiger Förderungen und Nutzen steuerlicher Vorteile abnehmen?

 

In diesem Sinne – DANKE fürs Lesen und Teilen des Beitrages! Im nächsten Teil erwarten euch Informationen Details zu DU-KLAUSEL, ABHOLPUNKTE EINER BU, ALTERSVORSORGE im RVBw und die ein oder andere Überraschung.

 

HORRIDO

 

r.drechsel
Posted by r.drechsel

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